„ist es schon ein Notfall?“

17.04.-18.04.2017

35 sm , 7 Std.

Great Exuma hat uns sehr gut gefallen, wir waren aber auch sehr gespannt auf die nächsten Stopps, wie z.B. die schwimmenden Schweine. Wieder einmal mussten wir etwas Geduld aufbringen, da der Wind über Tage in Spitzen bis zu 32 Knoten erreichte. Unser nächstes Ziel waren die Farmers Cays. Diese zwei Inseln liegen zwischen Great Exuma und Great Guana Cay , 35sm nördlich von George Town und sind in Privatbesitz. Am Montag war es dann so weit; 25 Knoten aus Ost, für uns halber bis raumer Wind. Die Planung hat sich im Vergleich zu den letzten Monaten etwas verändert; wir müssen auf Grund unseres Tiefgangs von 1,80m und der meist geringen Wassertiefe hinter und zwischen den Inseln (2,50m-3,00m) auf den Gezeitenstrom achten. Die Tide beträgt zwar nur 0,90 m, ist aber schon von Bedeutung. Es war schönes Segeln, nur waren wir zu schnell. Obwohl wir schon im zweiten Reff waren und unser Vorsegel nur bis Fockgröße ausgerollt hatten, liefen wir 6,5-7 Knoten. Aufgrund der Tide und der Strömung, die in dieser Passage sehr stark sein sollte, wollten wir nicht vor 17:00 Uhr die Einfahrt der Farmers Cays passieren. Der Wind nahm am Nachmittag aber etwas ab, wir haben es bei der Besegelung belassen und somit wurde es eine Punktlandung. Im Vergleich zu Great Exuma, wo sehr viele Schiffe in den Ankerbuchten lagen, war es vor Big Farmers Cay leer . Am Abend waren es vier Schiffe, am nächstem Tag lagen nur noch die Charlie2 und wir in der Bucht; auch mal schön.:)

Big Farmers Cay, die nördlichere Insel ist unbewohnt, Natur pur; dies wollten Annemieke und ich uns aus der Nähe ansehen; etwas spazieren gehen und später am Strand baden. Rob und Thomas interessierten sich mehr für den beschriebenen Tauchspot. Also brachten uns die Männer zur Insel, wo sie uns ca. 2 Std später wieder abholen wollten. Schnell hatten wir einen Weg gefunden, über den wir zwischen dem dichten Buschwerk auf die andere Seite der Insel kamen. Es sah einfach toll aus, vor allem die Felsformationen, die aus dem Wasser ragten; auf den flach abfallenden Felsen konnten wir gut laufen. So machten wir uns auf den Weg und wollten einmal außen um die Insel. An der Spitze angekommen, stellten wir fest „ das wird nichts“ es war zu steil . Von oben entdeckten wir im Tal einen kleinen Salzsee, den könnten wir überqueren, um wieder auf die andere Seite zu gelangen; dachten wir. Wie die Störche durch den Salat stampften wir uns durch das Dickicht. Es war so dicht bewachsen, dass der Boden gar nicht zu sehen war. Ich wollte gar nicht wissen , was da so unter den Sträuchern alles lebte 🙁 Ganz in Gedanken mit Schlangen und Insekten beschäftigt, hatte ich nicht aufgepasst und bin prompt gegen einen dicken Ast gelaufen. Reflexartig fasste ich an meine Stirn fühlte eine kleine Beule und Blut. War aber nicht schlimm, Annemieke hatte Desinfektionsmittel und eine Art Tupfer im Rucksack 🙂 weiter geht’s über den Salzsee. Schon nach einem kleinen Stück wurde der Boden sehr weich, ich sackte mit der Sandale immer tiefer ein, was zur Folge hatte dass sich die äußere Schicht der Sohle abgelöst hatte und uns klar wurde ; hier gehen wir nicht weiter 🙁

Also gingen wir zurück zum Ausgangspunkt. Aber wo war denn noch der Weg? An den Felsformationen konnten wir uns nicht mehr orientieren, da das Wasser mittlerweile gestiegen war. Nach einer ganzen Weile haben wir die Suche aufgegeben und versucht an der anderen Seite der Insel, dort waren die Felsen nicht ganz so hoch wieder zum Strand zu kommen. Es dauerte nicht lange, und wir konnten die Mastspitze der Charlie2 sehen 🙂 Während wir eine kurze Pause machten, viel mir ein, dass ich ja mein Handy dabei hatte. Toll, also könnten wir im „Notfall“ telefonieren 🙂 Annemieke schaute mich an und fragte: „ist es schon ein Notfall?“ Nein, also gingen wir weiter bis zur ersten Ecke und sahen unsere Männer im Dinghi fahren. Zum Glück haben sie unser lautes Rufen gehört und uns von den Felsen abgeholt 🙂 Die beiden hatten sich auch schon etwas gesorgt, denn wir waren bereits über 3 Std unterwegs. Während wir von unserem „ Ausflug“ erzählten stellten wir fest, dass wir gar nicht hätten telefonieren können, da ich ja die Sim Karte von den Bahamas im Telefon hatte und wir an diesem Tag schon morgens kein Empfang hatten 🙁 Es war trotz allem sehr schön aber eins war klar; nächstes Mal nehmen wir die Handfunke mit :).

 

 

 

 

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