„Oh Schreck“

28.10.-29.10.2017

Nach einer sehr ruhigen Nacht ging es nach dem Frühstück weiter. Die Windrichtung war an diesem Tag Süd, also direkt auf die Nase :(. Schade denn wir überquerten ca. 20 sm eine  freie breite Strecke, wo wir aus allen Windrichtungen  hätten gut segeln können, nur nicht Süd. Zum Mittag nahm dieser dann auch noch zu somit erhöhten wir die Drehzahl um einiger maßen voran zu kommen. Nachmittags hatten wir dann einen guten 5er von vorne . Wenn wir länger Motoren schauen wir zwischendurch immer mal in den Maschinenraum. Als Thomas dies routinemäßig tat, schrie er nur noch : “ Sche……. wir haben Wassereinbruch !“ Oh, Gott ich dachte mir rutscht das Herz in die Hose. Ok, wo kann es herkommen ? Da es im Motorraum war, kam es von hinten ; also Stopfbuchse oder Auspuff. Da wir im Achterschiff in dem Bereich schwere Sachen , wie Nähmaschine und Weinkanister verstaut hatten, hieß es zügig ausräumen. Schnell hatten wir die Ursache gefunden , unsere Stopfbuchse war undicht :(. Die Stopfbuchse ist eine Gummiabdichtung zwischen Antriebswelle und Steven Rohr  und sorgt ( normaler Weise) dafür, dass kein Wasser eindringen kann. Nachdem wir das Wasser (ca. 1Liter) entfernt hatten , stellten wir fest, dass das Wasser eintritt, bei mehr als 1600 Umdrehungen. So weit so gut, also konnten wir weiter fahren, zwar langsam aber immerhin. Am späten Nachmittag hatten wir unseren Ankerplatz am Alligator River erreicht. Tagesziel 40 sm

Samstag ging es anfangs mit sehr gemischten Gefühlen weiter. Als erstes mussten wir den Pungo River Canal durchfahren. Nachdem wir uns sicher waren, dass bei geringer Drehzahl kein Wasser eintritt, konnten wir die Fahrt auch genießen. Die Natur ist wunderschön und unberührt. Am Ufer entdeckten wir Wildschweine und Seeadler. Gestaunt haben wir als vor unserem Schiff etwas Großes im Wasser schwamm. Anfangs dachten wir es ist ein Wildschwein, nein es war tatsächlich ein Schwarzbär, der den Kanal querte. Thomas hat versucht ihn im Bild festzuhalten welches ohne Objektiv fast unmöglich ist. Als der Bär das andere Ufer erreicht hatte, schaute er uns noch einmal keck an und verschwand im Wald.

Es ist schon imposant wenn die Motoryachten von hinten angerauscht kommen. In der Regel funken die Motorboote vor dem überholen die Schiffe an und nehmen Gas weg, was hier nicht der Fall war 🙁

Hinter dem Kanal konnten wir unsere Segel setzen und bis vor die Einfahrt von Belhaven segeln, toll es war wie segeln in der Schlei. Nachdem wir dem den Anker geworfen hatten, haben wir Kontakt mit einer nahe liegenden Werft aufgenommen. Eigentlich war der Plan hier aus dem Wasser zu gehen, um die Stopfbuchse zu wechseln, die wir als Ersatzteil dabei hatten. Freundlich wurden wir von dem Chef darauf hingewiesen, dass es eigentlich kein Problem sei, nur am Samstagnachmittag wäre es schlecht, da die Einfahrt aufgrund der Tide zu flach für uns sei. Naja, dachten wir dann eben morgen wenn wir Hochwasser haben. Da wir in Belhaven wieder guten Internet Empfang hatten, hat Thomas sich über das wechseln der Buchse informiert. In einem Film auf YouTube wurde diese sogar im Wasser gewechselt; allerdings sollte man sehr gute Nerven haben und während der Reparatur eine Badehose tragen 🙁 . Nee, das war nichts für uns, wir gehen aus dem Wasser. Da die Einfahrt der Werft anhand unserer Unterlagen nicht nur flach auch noch sehr schmal sein sollte hatten wir hier aber ein ungutes Gefühl. Am Sonntagmittag machten sich Mike und Thomas auf den Weg um dies vor Ort erst einmal anzuschauen. Zum Glück, denn Thomas war ziemlich geschockt:(. Es gab zwar einen Travel Lift aber über den Zustand und das ganze drum herum wollen wir lieber nicht sprechen, da war wohl die Einfahrt das geringere Problem. Mike, der auch etwas entsetzt war, sagte zu Thomas hier könnte man aus dem Wasser gehen, wenn man kurz vorm sinken sei, sonst wohl eher nicht. Als dann etwas später der Chef der Werft anrief, um uns mitzuteilen, dass das Wasser jetzt tief genug sei , sagten wir ihm das wir der Meinung sind, das wir einen zu großen Tiefgang haben worauf er antwortete er könnte uns auch mit seinen Haken reinziehen. Nachdem wir dankend absagten, schlug er uns die Deaton Werft in Oriental vor, welches sehr freundlich von ihm war und sie lag praktisch auf unserem Weg. So ,das war geklärt. Abends bereiteten wir unser Schiff für den angekündigten Starkwind vor. Es war schon recht komisch, den ganzen Tag wehte kein Lüftchen und es goss wie aus Eimern, sodass ich mich ein paar Mal fragte ob dies wohl die Ruhe vorm Sturm sei. Als dann so gegen 18:00 Uhr der Regen aufhörte und die Wolkendecke aufriss, meinte Thomas noch dass das Wetter sicher schon vorbei gezogen wäre. Pustekuchen, punkt 20:00 Uhr ging es los; von hü auf nü hatten wir Windstärke 9 genau wie Wetterwelt es voraus gesagt hatte. Morgens um 2:00 Uhr hatte es sich dann etwas beruhigt sodass auch Thomas noch etwas ruhiger schlafen konnte.

Bei dieser Yacht hat der Anker am Abend leider nicht gehalten, ein sehr trauriger Anblick

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Uiiiiii, was für eine Geschichte. Ich möchte nicht mit euch tauschen und wäre auch nicht an diesen Kran gefahren. Ich hoffe, ihr habt alles im Griff ?.
    Wir genießen gerade 1 Woche ??
    Herrlich die ganzen Tag nur zu gammeln, bummeln und die Seele baumeln lassen.
    Ich freue mich auf neue Berichte ?
    viele liebe Grüße Helge &Tina

  2. moin!
    die stopfbuchse im wasser liegend wechseln….hab ich mal probiert. verdammt nasse Sache das…am ende lag ich dann doch unterm kran.
    aber wahrschau! bär von rechts! find ich abgefahren. ich hoffe der Teddy hält sich an die Vorfahrtsregeln (ist der jetzt eigentlich segler oder unter Motor?).
    tolle geschichte.

    es grüßt aus stein

    helge

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