„Blue Mountain’s“

„Blue Mountain’s“

3.01.2018

Port Morant-Kingston 30 sm

Ein wenig irritiert waren wir, als wir nach einem entspannten Segeltörn Port Royal, den größten Naturhafen der Welt, vor den Toren von Kingston erreicht hatten. Aus der Ferne betrachtet, sah es zunächst aus, als seien es Plastikflaschen, mit denen Fischer gerne ihre ausgelegten Fischkörbe markieren, aus der Nähe „ oh Schreck“, es ist herumschwimmender Müll. Unglaublich, so etwas haben wir während unserer ganzen Reise noch nicht gesehen. Es hatte den Anschein, als würde ein großer Teil des Hausmülls von Kingston über die Kanäle in die Bucht geleitet.

 

Besuch in Port Royal . Der größte Teil der einst gefürchteten Piratenhochburg liegt heute,  durch ein mächtiges Erdbeben im Jahr 1692 ,auf dem Meeresgrund. Wir besichtigen Fort Charles, oder eher was davon übrig geblieben ist.

Heute ist der Ort  lediglich noch ein kleines Fischerdorf.

Geankert haben wir vor dem Port Royal Yachtclub, der allerdings sehr sauber war, dank tatkräftiger Mitarbeiter, die täglich auf’s neue damit beschäftigt waren, den Müll vor der Hafenmauer einzusammeln. Am Ankerplatz hatten wir, bedingt durch wechselnde Windrichtungen, auch immer mal wieder etwas Müll, der am Schiff vorbei schwamm, da war dann auch mal ein Kühlschrank dabei. Ein paar Tage haben wir den Flair und die Annehmlichkeiten dieser Marina wie z.B. die nette Bar oder die Waschmaschine in Anspruch genommen. Nachdem das Wetter, welches die ersten Tage etwas wechselhaft war, aufklarte konnten wir unsere Tour hinauf in die Blue Moutains vornehmen. Dank Peter, dem Manager der Marina, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand, haben wir unseren sympathischen TaxifahrerMikel gefunden, der uns in die Berge gefahren hat.

            

Unseren ersten Stopp haben wir in 1200m Höhe in Newcastle, an der Kaserne der heutigen Jamaika Defense Force eingelegt. Dieser  Militärstützpunkt wurde 1841 erstmals von Englischen Truppen gewählt , um der Gelbfiebergefahr in den Niederungen zu entkommen. Heute soll die der Ausbildung der Soldaten so anstrengend sein, dass einige immer wieder die Flucht ergreifen. Anhand der Erzählungen und der Gestik von Mikel muss es übel sein 🙁

            

Dies ist keine Palme, es ist ein Farn

Je höhe wir kamen, desto feuchter und uriger wurde es. Wir entdeckten eine beeindruckende Vegetation. Obwohl David Tweman, der Besitzer dieser kleinen Kaffeeplantage, nicht vor Ort war baten die Mitarbeiterinnen uns in sein Haus und bereiteten uns  einen Blue Mountain Coffee zu. Der Kaffee, welcher hier oben in den Bergen angebaut wird, ist berühmt für sein außergewöhnliches Aroma.

              

Was für eine Arbeit, erst werden die Bohnen per Hand gepflückt, danach mühselig sortiert,getrocknet und geröstet. Kein Wunder, dass der Blue Mountain Coffee seinen Preis hat.

              

Ja, unglaublich da sitzen wir in “ der guten Stube“ und genießen den Kaffee. Immer wieder beeindruckt uns die Freundlichkeit der Jamaikaner.

8.01.2018

Port Royal- Pigeon Island 30sm

Und doch kommt es immer mal wieder anders, als vorhergesagt. Dies haben wir während unseres ruppigen und rasanten Törns nach Pikion Point feststellen müssen. Ansagt war Windstärke 3-4, in Böen 6. Nach einem ruhigem Start, die Murada war noch am Überlegen, ob sie später wohl den Blister setzen sollten, ging es, nachdem wir die lange Hafeneinfahrt hinter uns hatten, auch schon ziemlich zur Sache, denn wir hatten eine Dauer Böe und mehr 🙁  Am Wind segeln war unter diesen Umständen (mit hoher Atlantik Dünung) schon  unangenehm. Recht froh waren wir, als wir im Schutz der kleinen Insel waren. Leider hielt die Freude nicht an, denn kaum hatten wir unser Ankermanöver beendet, rauschte ein großer„Party Kat“ an uns vorbei und warf seinen Anker; „The Party must go on“ über Stunden wurden wir beschallt von Ohren betäubender (auch noch schlechter) Partymugge. Obwohl es schön war, im klaren Wasser ( ohne Plastik) vor dieser unbewohnten Insel zu liegen und die Verlockung sie am nächsten Tag zu erkunden groß war, haben wir es vorgezogen weiter zu segeln. Auf noch so eine Beschallung hatten wir keine Lust, sicher ist sie ein begehrtes Ausflugsziel für Touristen, irgendwie auch verständlich.

9.01.2018

Pigeon Island- Alligator Reef 28 sm

Eigentlich wollte ich, während des Segelns nur mal prüfen, ob wir wohl Internetempfang haben, so weit entfernt von der Küste. Oh, ja es funktioniert, aber auch diese Freude ließ schnell nach, als wir per sms von unserer Anna erfuhren, dass eine Tsunami Warnung bestand, auch für Jamaika. Oh Gott, etwas panisch (schon in Gedanken auf einer Riesen Welle) habe ich erst einmal den Computer hochgefahren und selbst nachgesehen. Kaum war ich fertig, kam zum Glück auch schon die Entwarnung. Puhhh…. Glück gehabt. Im Nachhinein unglaublich, über Kanal 16 wurde nichts bekannt gegeben :(. Mein Thomas hat dies mal wieder sehr entspannt gesehen, er sagte nur: solange wir auf dem Wasser sind, sind wir sicher! Ja…… er hatte ja Recht, der Gedanke als solches war aber trotzdem nicht schön!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. Liebe Susanne,
    Danke für den schönen Bericht und die WhatsApp Nachrichten.
    Uns hats erwischt und die Seuche hat Einzug gehalten. Helge liegt seit fast einer Woche im Bett und ich quäle mich so durch.
    Hier ist Schnuddelwetter und es wir gar nicht richtig hell.
    Manchmal beneide ich euch um die Wärme und den Sonnenschein ☀️.
    liebe Grüße an Thomas und bis bald
    Helge & Tina

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