“ wir lernen nie aus „

“ wir lernen nie aus „

13.06.-22.06.2018

Kurz vor Sonnenaufgang haben wir nach vier Tagen und 500sm Sonntagfrüh die Spitze von Manihi, unserem ersten Atoll im Nordosten der Tuamotus erreicht. Unsere Überfahrt war ganz ok; angesagt war Windstärke 5 in Böen 6 aus Ost. Da wir aus Erfahrung wussten, dass aus einer Böe auch gerne mal ein Dauerzustand werden kann, hatten wir uns auf eine ruppige Überfahrt eingestellt. Unangenehm ist einfach immer wieder die hohe Welle. Sie kam zwar schräg von hinten, hat uns aber durch ihre Höhe häufig ausgehebelt, so dass es unsere Windfahnensteuerung teilweise nicht geschafft hat, den Kurs zu halten und das soll schon was heißen. Wenn wir in solchen Situationen dann selber am Steuer stehen müssen, zum Glück nicht von Dauer, stellen wir immer wieder fest, wie beachtlich es ist, was diese Anlage in der Regel so leistet 🙂

 

Diese Windhose lag zum Glück hinter uns 🙂

 

Während wir in der Abdeckung mit einer leichten Brise an der Außenseite von Manihi entlang segelten haben wir uns über den Anblick von Kilometer weißen und Palmen bestücktem Strand gefreut. Durch einen Pass ging es ins Innere des Atolls. Diese sollten nur bei Stillstand des Wassers passiert werden, denn auch wenn wir hier von einem Tidenhub von nur 35 cm sprechen, ist es beachtlich was für ein Strom bei ab und auf laufendem Wasser entsteht.

Diese Pässe sind übrigens ein Highlight für Taucher und Schnorchler in den Tuamotus. Es soll atemberaubend sein, da durch die Strömungen eine Vielzahl von Fischen angezogen wird. Schon als wir dies zum ersten Mal von Land aus beobachtet haben, war mir klar, neeee…… das ist nichts für mich! In diesem kristallklarem Wasser schwammen nicht nur viele bunte Fische in verschiedenen Größen, nein auch die vielleicht nicht so freundlichen grauen Haie 🙁 Für Thomas hingegen sehr reizvoll, er sieht es ja auch nicht so eng mit den Haien.

Die ersten zwei Tage lagen wir wie „Robinson Crusoe“ und einer Fototapeten ähnlichen Kulisse vor diesem Motu an einer Mooring, die hier kostenlos genutzt werden können.
Während wir ein paar Tage vor der Stadt von Manihi ,Tairapa lagen, musste er dies auch einer kleinen Gruppe von Kindern demonstrieren. Als wir an einem Nachmittag zum Hafen zurückkehrten, warfen ein paar Jungs Steine auf einen Ammenhai, der sich im Flachwasser des Beckens ausruhte.

 

Als Thomas den Jungens zu verstehen gab, dass diese Haie nicht gefährlich seien und ein Bild von sich und den Haien auf dem Handy zeigte, staunten sie nicht schlecht. Einer von ihnen war allerdings skeptisch, verschränkte die Arme vor der Brust und sagte:“ Demonstration“! Ja und als Thomas dann im knietiefem Wasser neben dem Hai stand und ihn streichelte bekamen sie den Mund nicht mehr zu und Thomas hatte einen neuen Namen“ Papa Germany“ 🙂

Ein sehr schönes Erlebnis hatten wir auch am nächsten Tag. Eigentlich wollten wir das Internet der Gemeinde am Vormittag nutzen. Nur leider war es an diesem Tag ausgefallen, aber die Monteure seien bereits unterwegs, wurde uns freundlich mitgeteilt 🙂 Als wir das Gebäude verlassen wollten trafen wir Carlos, wir hatten ihn am Vortag im Hafen kennengelernt. Er fragte uns was wir an diesem Tag vor hätten, er würde uns gerne auf ein Motu mitnehmen, welches er in der Abwesenheit des Besitzers, eines Franzosen der auf Tahiti lebt, betreut. Motus sind kleine Inseln auf dem Ring des Atolls. Teilweise werden sie ganzjährig von Familien bewohnt oder als Feriendomizile genutzt. Thomas war sofort hell auf begeistert, ich hingegen war eher skeptisch. Mir kam die Geschichte des Deutschen Seglers in den Sinn, in der bis heute nicht aufgeklärt wurde, ob er auf der Insel in der Südsee gegessen worden ist oder nicht. Skepsis hin Skepsis her, 30 Minuten später saßen wir in Carlos seinem gut motorisiertem Boot und brausten über das Atoll.

Diese Boote sind die Beförderungsmittel in den Atolls

Den Lebensunterhalt verdienen die Einwohner hauptsächlich durch das arbeiten auf einer der Perlenfarmen oder durch den Verkauf von Kopra.  Als erstes hat Carlos uns die Entstehung der Perlen erklärt. In den Atolls werden Seile ausgelegt an die sich die kleinen Austern heften. Wenn sie eine Größe von 5cm im Durchmesser erreicht haben , werden sie in Körben in 20 m tiefes Wasser gesetzt , dort werden sie länglicher als im flachen Wasser. Nach ca.5 Monaten werden die Körbe auf 8m Wassertiefe angehoben. Dort bleiben sie bis die Austern 12 cm Durchmesser haben. Nun beginnt die eigentliche Arbeit . Die Austern werden auf den Farmen mit weißen kleinen Kugeln geimpft und zurück ins Wasser gesetzt. Wenn alles gut läuft  wird die Kugel mit Perlmutt umringt und es entsteht eine schwarze Perle 🙂

Kopra ist getrocknetes Kokosnussfleisch. Da es sehr viele Kokosnuss Palmen auf den Atolls gibt, ist es eine gr0ße Einnahmequelle. Nach dem ernten müssen die Nüsse ca. 3 Tage trocknen. Danach wird das Fruchtfleisch heraus geschält.

Dies muss wiederum trocknen bevor es zur Weiterverarbeitung nach Tahiti verschifft werden kann. Kein Wunder, dass das Kokosnussöl so hochpreisig ist, wenn man die einzelnen Arbeitsschritte bedenkt.

So, mittlerweile war es Zeit für ein Mittagessen, dies musste aber erst gefangen werden und zwar mit dem Fischnetz. Nachdem dies ausgelegt war wurden die Fische durch etwas Lärm in das Netz getrieben. Wir haben nur 5 behalten, der Rest kam wieder frei.

Drei kamen auf den Grill, die anderen wurden filetiert , in Limone eingelegt und mit Kokosnussmilch roh verzehrt.

Nachdem wir uns durch ein Gebet auf Maori für den Fisch bedankt haben, konnten wir unser Essen gemeinsam mit Carlos genießen.

Was für ein Leben, und mit welch einfachen Mitteln. Es ist immer wieder schön so etwas erleben zu dürfen.

Letztendlich hatten wir einen interessanten Tag. Nun ging es zurück, mit Honig im Gepäck aus eigener Herstellung , Carlos hat 7 Bienenstöcke auf dem Motu angesiedelt.  Wir haben einiges erfahren und gelernt. Unter anderem das Carlos ein überaus sympathischer, freundlicher Familienvater von 9 Kindern ist, und sehr gläubig  🙂 Naja, das weiß man ja vorher nicht.

 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. thomas , der mit dem hai tanzt…..
    tolle Geschichten die ihr da erlebt. es ist eine schöne Abwechslung im grauen alltag davon zu lesen….
    > der tag wird kommen….
    seid gegrüßt
    helge

  2. Hi Ihr 2, wir wünschen Euch weiter so wunderschöne ERlebnisse auf Eurer Traumreise.
    Wir sind inzwischen auf der Fahrt nach Lissabon und genießen noch die Bretagne.
    Herzliche Grüße
    Heidi und Peter SY Düvel ok

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen