“ Karibik wir kommen“

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Am 1.1.2016 war es so weit, Gemüse, Eier, Wasser und Kraftstoff waren gebunkert und so starteten wir zusammen mit der Traumtänzer unsere bisher längste Passage von Mindelo in die Karibik. Vor uns lagen 2100 sm . Der Wind für die ersten Tage war recht stark , Windstärke 6-7 NO also verkleinerten wir erstmal unsere Segelfläche und rauschten los. Zwischen den Inseln legte der Wind dann noch etwas zu und wir hatten in Spitzen 40 Knoten Wind . Ich hatte sehr gemischte Gefühle :(. Über Funk bekamen wir von der SY Rebell ( sie hatten 1 Stunde früher abgelegt) dann die Nachricht, dass dieser Düseneffekt nach 9 sm vorbei sei und wir sollten durchhalten!! Diese Nachricht hebte meine Stimmung ungemein :). Ja, die nächsten Tage waren dann recht ruppig, so wurden die alltäglichen Aufgaben an Bord, wie z.B. Körperhygiene, anziehen, kochen, Logbuch schreiben zur kleinen Herausforderung. Wir haben uns aber sehr schnell ein gegroovt und ich bin zum Glück nicht Seekrank geworden somit konnte ich alle Dinge unter Deck bewerkstelligen. Thomas konnte die ersten Tage gar nicht runter gehen, er hat es einmal versucht und war sofort in Schweiß gebadet, sein Bordleben spielte sich draußen ab. Wie schon während unserer letzten Passage von Teneriffa zu den Kapverden haben wir uns auch diesmal wieder gefragt wo ist sie „ die gemäßigte Passatwind Zone“?. In den meisten Büchern wird es immer so schön beschrieben, die Segel werden einmal eingestellt und dann wird man durch den stetigen NO- Passat praktisch über den Atlantik geschoben, naja wir haben es etwas anders empfunden. Aber ich möchte gar nicht jammern , im großem und ganzem hatten wir eine schöne Überfahrt.

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Wir haben uns gut verstanden, jeder hatte so seine Aufgaben und sehr schnell stellte sich ein geregelter Tagesablauf ein. Ich war z.B. für unser Leibliches Wohl zuständig , Thomas hat durch dass  Angeln seinen Teil dazu beigetragen welches sich nicht immer so einfach gestaltete. Die Fische,  Gold und Königsmakrelen, Tunfische waren für unser Angelgerät einfach zu groß und zu kräftig , einmal sogar einen ca. 2 Meter langer Schwertfisch. Da wir genug Zeit zum üben hatten und wir unsere Fangtechniken verbesserten, landete dann auch so mancher leckerer Fisch in unserer Küche.

 

Täglich um 16:00 Uhr hatten wir Kontakt mit der Traumtänzer über unser  Satellitentelefon. Wir haben uns gegenseitig unsere Positionen , Wetter und unser befinden mitgeteilt. Ich habe viel gelesen (7 Bücher ) , morgens um vier habe ich Thomas von seiner Nachtwache abgelöst so dass er bis zum Sonnenaufgang (da wir die ganze Zeit in UTC Zeit lebten, war Sonnenaufgang 9:30 Uhr) durchschlafen konnte. Danach gab es Frühstück, unsere Position wurde festgestellt und die  zurückgelegte Strecke der letzten 24Std ausgerechnet und in das Logbuch eingetragen. Da wir keine gleichmäßigen Winde hatten, mussten wir unseren Kurs wie auch die Segelstellung öfter am Tag anpassen. Eine sehr große Hilfe war unsere Windfahnensteuerung, die über Tage den eingestellten Kurs gehalten hat. Nachts haben wir unsere Segelfläche so verkleinert dass wir gefahrlos segeln konnten auch wenn mal schlechteres Wetter durchzog  ( in den Fronten saß auch mal der ein oder andere Squall)   Am 19 Tag 18:30 Uhr  konnten wir am Horizont unser Ziel Grenada sehen. Große Freude, wir haben den Atlantik überquert! Um 23:00Uhr liefen wir über glücklich in die Prickly Bay ein und wurden von der Traumtänzer und der Midnight Sun im Schlauchboot in den kleinen Hafen begleitet. Sekt und Champus war bereits kaltgestellt und am Steg wurde  auf die geglückte Atlantik Überquerung angestoßen.

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Thomas bei der Arbeit
Thomas bei der Arbeit

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“ Susanne macht sich Landfein“                         überall Salz!

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Wow, was für ein toller Bericht !!!!
    Ich beneide euch sehr für dieses Abendteuer, möchte aber nicht tauschen.
    Ich hätte mir in die Hose gemacht.
    Freuen uns auf euren nächsten Bericht.
    viele liebe Grüße Helge &Tina

  2. Es war so schön euren Bericht zu lesen. Man kann sich die Beschreibung gut vorstellen und ich kann mir ausmalen wie respekteinflössend es gewesen sein muss. Muss ein großartiges Gefühl sein, das geschafft zu haben. Chapeau!! Viele grüße in die Karibik. Lea

  3. Das klingt ja mega aufregend, wir sind ein bisschen neidisch 🙂 Auf jeden Fall herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Überfahrt !!!
    Liebe Grüße aus Schrevendorf von Moni & Selcuk

  4. Wir beneiden euch und sind aber auch stolz mit euch in frankreich eine
    schöne zeit verbracht zu haben.Alles alles liebe und alles Glück der Erde
    wünschen die La Svenic

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